In Deutschland gibt es nach Schätzungen ca. 34 Millionen private Haushalte mit Haustieren (Stand: 2017). Gerade für ältere, alleinlebende Menschen bedeutet ein Haustier Lebensfreude. Wie aber trifft man in diesem Fall Vorsorge, dass der treue Gefährte auch nach dem eigenen Tod weiter gut versorgt wird?

Testament zur Versorgung eines Haustieres

Mangels Rechtsfähigkeit von Tieren kann ein Haustier weder Erbe werden noch im Wege eines Vermächtnisses einen Anspruch auf Versorgung erhalten. Tiere werden zwar durch Gesetze geschützt, sie gelten aber juristisch als Sache.

Die einzige Möglichkeit in diesem Fall zur Versorgung des Tieres ist die testamentarische Auflage gemäß § 1940 BGB.

Dort heisst es:

Der Erblasser kann durch Testament den Erben oder einen Vermächtnisnehmer zu einer Leistung verpflichten, ohne einem anderen ein Recht auf die Leistung zuzuwenden (Auflage).

Mit einer Auflage kann man z.B. den Erben verpflichten, das Grab des Erblassers zu pflegen, bestimmte Sachen instand zu halten oder eben, wie in unserem Fall, das Haustier des Erblassers zu pflegen.

Bestimmte Personen können von dem Beschwerten die Erfüllung der Auflage verlangen; dazu gehört auch der Testamentsvollstrecker.

Daher verbindet man die Auflage idR mit der Bestimmung eines Testamentsvollstreckers, der die Erfüllung der Auflage einfordern und auch einklagen kann.

Trifft der Erblasser eine Verfügung zugunsten des Tieres, kann dies im Testament entweder dadurch umgesetzt werden, dass eine Tierschutzorganisation zum Erben eingesetzt wird oder ein Geldvermächtnis erhält, jeweils verbunden mit der Auflage, sein Tier aufzunehmen und lebenslang zu pflegen.

Will man die tatsächliche Vollziehung der Auflage sicherstellen, dann sollte ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden.
 

Eine Formulierung im -handschriftlichen- Testament könnte z.B. wie folgt lauten:


1. Variante: Erbeinsetzung mit Auflage

Zu meinem alleinigen und ausschließlichen Erben setze ich den Verein ... e.V. in … ein oder dessen Rechtsnachfolger, ersatzweise ...

Meinem Erben mache ich zur Auflage, den Nachlass für sein Tierheim in … zu verwenden und mein Haustier (Tierart, Name) in dieses Tierheim aufzunehmen und lebenslang zu pflegen.

Ich ordne Testamentsvollstreckung an.

Der Testamentsvollstrecker hat die Aufgabe, meinen Nachlass abzuwickeln und die Erfüllung der Auflage zu überwachen.

Zum Testamentsvollstrecker bestimme ich ... Er erhält für seine Tätigkeit eine einmalige Vergütung in Höhe von ... EUR. 

Der Testamentsvollstrecker ist ermächtigt, einen Nachfolger zu ernennen, wenn er beabsichtigt, sein Amt niederzulegen, bevor er seine Aufgaben vollständig erfüllt hat. Diese Ermächtigung gilt auch für den Nachfolger.

Sollte der jeweilige Testamentsvollstrecker vor oder nach der Annahme des Amts wegfallen, ohne dass ein (weiterer) Nachfolger bestimmt wurde, ersuche ich das Nachlassgericht, einen Testamentsvollstrecker zu ernennen. In diesem Fall erhält der Testamentsvollstrecker eine angemessene Vergütung. Sie errechnet sich nach der sog. neuen Rheinischen Tabelle des Deutschen Notarvereins in ihrer jeweiligen Fassung. 
 

2. Variante: Vermächtnis mit Auflage

Meinen Erben beschwere ich mit dem Vermächtnis, einen einmaligen Geldbetrag in Höhe von ... Euro einem von ihm nach billigem Ermessen zu bestimmenden Tierheim zuzuwenden. Dem begünstigten Tierheim mache ich zur Auflage, mein Haustier in sein Tierheim aufzunehmen und lebenslang zu pflegen.

Das Vermächtnis entfällt, wenn mein Haustier bei meinem Tod nicht mehr leben sollte.

Ich ordne Testamentsvollstreckung an.

Der Testamentsvollstrecker hat die Aufgabe, die Erfüllung der Auflage zu überwachen.

Der Testamentsvollstrecker ist ermächtigt, einen Nachfolger zu ernennen, wenn er beabsichtigt, sein Amt niederzulegen, bevor er seine Aufgaben vollständig erfüllt hat. Diese Ermächtigung gilt auch für den Nachfolger.

Sollte der jeweilige Testamentsvollstrecker vor oder nach der Annahme des Amts wegfallen, ohne dass ein (weiterer) Nachfolger bestimmt wurde, ersuche ich das Nachlassgericht, einen Testamentsvollstrecker zu ernennen. In diesem Fall erhält der Testamentsvollstrecker eine angemessene Vergütung. Sie errechnet sich nach der sog. neuen Rheinischen Tabelle des Deutschen Notarvereins in ihrer jeweiligen Fassung.