Beim Berliner Testament -ohne Kinder- wird der überlebende Ehegatte zum Vollerben eingesetzt und Verwandte, Freunde oder gemeinnützige Einrichtungen zu Schlusserben, also ebenfalls Vollerben, aber erst nach dem Tod des zuletzt versterbenden Ehegatten. Das Berliner Testament dient hier vorrangig der wechselseitigen Absicherung.

  • Schutz des beiderseitigen Vermögens der Ehegatten
  • Änderungsvorbehalte, dadurch Flexibilität des Längstlebenden
  • Anordnung von Testamentsvollstreckung als Option
  • Vermächtnisse und Auflagen zugunsten Dritter

Leseprobe: Berliner Testament (Ehegatten ohne Kinder)

I.    Erbeinsetzung

  1. Wir setzen uns hiermit gegenseitig, also der Erstversterbende den Überlebenden, zum alleinigen und unbeschränkten Vollerben, also nicht etwa nur Vorerben, ein, gleichviel ob und welche Pflichtteils berechtigte bei seinem Tode vorhanden sind. Der Überlebende von uns kann also auch über das ererbte Vermögen -wie über sein eigenes- unter Lebenden frei verfügen.

  2. Erbe des Längstlebenden von uns -Schlusserben- werden die nachfolgend Genannten: ... -auf einen gemeinschaftlichen Erbteil von Bruchteil-.

  3. Die Bestimmungen gemäss vorstehender Ziff. 2 haben Vorrang vor allen gesetzlichen oder sonstigen Auslegungs-, Vermutungs- und Ergänzungsbestimmungen. Insbesondere wollen wir auch sichergehen, dass in keinem denkbaren Fall … ( Bsp. “unsere jeweiligen Geschwister” ) in irgend einer Form bedacht werden.

  4. Sollten wir gleichzeitig versterben oder aufgrund eines vermuteten gleichzeitigen Versterbens, so wird jeder von uns entsprechend der Schlusserbeneinsetzung unter der vorstehenden Ziff. 2 für den zweiten Todesfall beerbt.

  5. Sollte einer unserer Schlusserben vor oder nach dem Erbfall nicht zur Erbfolge gelangen, tritt Anwachsung nach Maßgabe des § 2094 Abs. 1 Satz 2 BGB unter den auf einen gemeinschaftlichen Erbteil eingesetzten Erben ein.