Ziel geschiedener Eheleute ist regelmäßig, dass keine Vermögenswerte aus ihrem Nachlass an den geschiedenen Ehepartner (und dessen Verwandtschaft) fallen. Wenn das eigene Kind Erbe wird und dann verstirbt, ohne selbst Abkömmlinge zu hinterlassen, geschieht aber genau das. Mit einem entsprechenden Testament treffen Sie Vorsorge.

  • Erste Alternative: Anordnung von Vorerbschaft/Nacherbschaft
  • Zweite Alternative: Erbeinsetzung mit Herausgabevermächtnis
  • Beschränkung der Vermögenssorge und Pflegerbestellung
  • Ausschluss der Auseinandersetzung bis zur Volljährigkeit

Leseprobe: Geschiedenentestament

Alternative 1:
 

II.      Erbeinsetzung
 ( Nacherbenlösung )

  1. Ich setze hiermit meine Abkömmlinge nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge, untereinander zu gleichen Teilen, zu meinen Erben ein.

  2. Sofern bei meinem Tod mein geschiedener Ehegatte noch lebt, sind die Kinder aus meiner Ehe mit ihm nur von den gesetzlichen Beschränkungen befreite Vorerben.

  3. Nacherben auf den Tod der Vorerben sind die gesetzlichen eigenen Erben der jeweiligen Vorerben entsprechend ihren Erbteilen nach ihnen; davon ausgenommen sind jedoch mein geschiedener Ehegatte, seine Abkömmlinge aus anderen Verbindungen und seine Verwandten aufsteigender Linie, d.h. die Nacherbfolge gestaltet sich so, als ob dieser ausgeschlossene Personenkreis insgesamt vor dem Nacherbfall weggefallen wäre.

  4. Mit dem Tod meines geschiedenen Ehegatten entfallen die vorstehenden Nacherbeinsetzungen. Stirbt einer der Vorerben unter Hinterlassung von Abkömmlingen, soll er von vornherein Vollerbe gewesen sein.

Alternative 2:
 

II.      Erbeinsetzung
 ( Herausgabevermächtnislösung ohne Vor-/Nacherbschaft )

  1. Hiermit setze ich meine Kinder …....... zu meinen Erben zu je xx ( bitte hier Bruchteil angeben: z.B. bei zwei Kindern ½ ).

  2. Sollte ein Erbe nicht zur Erbfolge gelangen oder nach dem Erbfall wegfallen, so bestimme ich als Ersatzerben für diesen seine Abkömmlinge einschließlich der adoptierten Abkömmlinge, unter sich nach den Regeln der ersten Erbordnung zum Zeitpunkt des Erbfalls.

  3. Sollten keine Ersatzerben vorhanden sein, tritt Anwachsung an das andere Kind bzw. dessen Stamm gem. § 2094 BGB ein.