Die Rubrik „Vorsorgevollmachten“ informiert Sie über die verschiedenen Arten von Vollmachten, insbesondere für die Vermögenssorge und die Personensorge. Was muss geregelt werden, um die Anordnung einer gesetzliche Betreuung zu vermeiden. Welche Sicherungen gibt es, falls mein Vertrauen enttäuscht wird. Wann wird ein Kontrollbetreuer eingesetzt.

  • Was ist eine Generalvollmacht bzw. Vorsorgevollmacht
  • Muss eine Vollmacht beglaubigt oder beurkundet werden
  • Kann ich eine Vollmacht widerrufen oder widerrufen lassen
  • Was ist bei Bankvollmachten zu beachten

Leseprobe: Vorsorgevollmachten

Rechtsgeschäftliche Vertretung

Neben der gesetzlichen Vertretung gibt es die sogenannte rechtsgeschäftliche Vertretung.

Warum ist diese so wichtig?

Es gibt im deutschen Recht keine „automatische“ Vertretung Volljähriger durch Ehepartner/Angehörige. Dazu muss man diesen eine Vollmacht erteilen. Andernfalls wird ein Betreuer bestellt, der dann gesetzlicher Vertreter ist.

Was bedeutet "rechtsgeschäftlich"?

Eine Person äußert den Willen, dass ein anderer für sie laufend handeln darf. Diese Willensäußerung kann mündlich erfolgen, erforderlich ist jedoch zu Nachweiszwecken die Willensäußerung in einer Vollmachtsurkunde.

Wird einem Dritten Vollmacht erteilt, so steht es dem Vollmachtgeber frei, für welche Aufgabenkreise er seinen Bevollmächtigten zum Handeln für ihn ermächtigen möchte. Der häufigste Fall ist, dass eine Bankvollmacht erteilt wird. Regelungsbedürftig ist jedoch weitaus mehr, wie eingangs beschrieben.

Soll eine Regelungslücke vermieden werden, für die dann ein Betreuer bestellt werden müsste, so muss die Vollmacht die Aufgabenkreise Vermögenssorge und Personensorge vollumfänglich abdecken.

Lediglich höchstpersönliche Rechtsgeschäfte sind von einer Vollmachtserteilung und damit Stellvertretung ausgenommen. Hierzu zählen die Eheschließung, die Testamentserrichtung und der Abschluss eines Erbvertrages.